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Regisseur Schauspiel Oper |
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| Botho
Strauß
*1944
Bekannte Gesichter, Gemischte Gefühle In einem "erstaunlichen Museum von
Leidenschaften"
leben sieben gefühlsverstörte Hotelgäste, die sich die
Langeweile
einer öden, nur in Bruchstücken wahrgenommenen Wirklichkeit
zu
vertreiben suchen. Am ersten Weihnachtsfeiertag sitzt man nach dem
Abendessen
im Hotelfoyer und spricht über die Vergangenheit. Doris und
Guenther
sind Turniertänzer und bereiten sich auf ihr Training vor. Karl
zaubert.
Man spricht über alles, ohne aber privat bleiben zu können:
In
der vom "Leben" scheinbar völlig abgeschlossenen Gruppe hat auch
das
Intimste öffentlichen Charakter. Doris begegnet einer Frau, die
ihr
gleicht. Die andere, neue Doris tanzt mit Guenther; man hält sie
für
originaler als die alte Doris. Nach einigen Verwicklungen und
Eifersüchteleien
verschwindet die neue Doris in Stefans Armen, während die alte
Doris
zur Tür hereinkommt und Stefan eröffnet, daß sie von
ihm
schwanger sei. Diesen Rückfall in eine banale Wirklichkeit kann
Stefan
nicht ertragen: er verschwindet. Am nächsten Tag sitzt oder liegt
man zwischen Resten des Picknicks. Guenther wartet ungeduldig auf das
Tanztraining
mit Doris. Doris sitzt bei dem wie ein Embryo verkrümmten Stefan,
der sich in der Tiefkühltruhe eingeschlossen hat. Sie glaubt an
eine
Zukunft mit Stefan und wartet und hofft, daß dieser wieder
auftaut.
![]() Bild: Sybille Brunner + Lutz Zeidler Die selbstverliebten und übersinnlichen Figuren des Stückes haben das Interesse an der Wirklichkeit und an ihren Mitmenschen längst verloren. In ihrer sinnlosen Langeweile sind sie sich selbst genug. Ihre Unfähigkeit, lebendige und engagierte Beziehungen einzugehen, wird dadurch verdeutlicht, daß im Grunde jeder jedem verfügbar ist und nichts eigentlich etwas zu bedeuten hat. Auch in diesem Stück, das die heillose Entfremdung und Kommunikationsunfähigkeit der scheinbar in einer Endzeit lebenden Gegenwartsmenschen zum Thema hat, greift S. in mancher Hinsicht auf die Motivtradition der literarischen Romantik zurück: Traumsequenzen und das Motiv des Doppelgängers sollen das Verwirrend-Unscharfe einer ratlosen Gegenwart betonen. Zurueck / back |
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