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Fritz Gross
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Sternheim, Carl (1878-1942)
Mit seinem Dramenwerk gehört C. Sternheim, Sohn eines Bankiers, zu den bedeutendsten und meistgespielten Autoren des deutschen Expressionismus. Sternheim wuchs in Hannover und Berlin auf, studierte Germanistik, Philosophie und Jura und sah sich vor allem durch das Vermögen seiner ersten Frau Thea Bauer in die Lage versetzt, als freier Schriftsteller zu leben. Nach erfolglosen Versuchen als Lyriker (Fanale!, 1902) und ersten dramatischen Versuchen (Das eiserne Kreuz, 1902; Auf Krugdorf, 1902) gründete S. 1908 mit F. Blei die Zeitschrift Hyperion, aber erst mit seinem Lustspiel Die Hose (1911) gelang ihm der Durchbruch zum Erfolg. 

Mit diesem Stück eröffnete er seine "Maske"-Tetralogie (Der Snob (1914); 1913, (1915); Das Fossil, 1925) über den gesellschaftlichen Aufstieg des Kleinbürgers Maske, die zu dem Dramenzyklus "Aus dem bürgerlichen Heldenleben" (Die Kassette, 1912; Bürger Schippel, 1913) zählt, eine in der deutschen Literatur einzigartige Komödienfolge, die Stücke gehören heute zum festen Bestandteil bundesdeutscher Theaterprogramme, waren zu Sternheims Zeit jedoch oftmals von Aufführungsverboten betroffen. 

In ihnen huldigt der Autor jenem "antiautoritären Individualismus", der sich im Wilhelminischen Deutschland nur als Satire auf das Bürgertum, seinen Untertanengeist und seine "Minderwertigkeitsekstase" artikulieren konnte. Ihre Theaterwirksamkeit gewinnen Sternheims Dramen vor allem durch die prägnante, auch als "Telegramm-Stil" charakterisierte Sprache, die auf Adjektive und metaphorische Umschreibungen weitgehend verzichtet, und womit der Autor jenen Realismus zu gestalten sucht, in dem er die Aufgabe der Kunst sieht: "Anstelle der uns angewiesenen Erde soll kein Paradies sie >;dichten<;. Sichtbar Vorhandenes soll sie nur am rechten Ende packen, krüde, daß nichts Wesentliches fehlt, und es zu Formen verdichten, die der Epoche Essentielles späteren Geschlechtern festhalten." Sternheim war vor allem vom Werk F. Wedekinds und von der Tradition der französischen Komödie beeinflußt; während und nach dem Ersten Weltkrieg entstanden Bearbeitungen französischer Autoren (Der Kandidat, 1914, nach Flaubert; Der Geizige, 1916, nach Molière; Die Marquise von Arcis, 1918, nach Diderot; Manon Lescaut, 1921, nach Prévost). 

Die Versuche des Autors, seine Satire nach dem Ende des Kaiserreichs auf die unter der Oberfläche kaum veränderten Verhältnisse der Weimarer Republik zu übertragen, gelingen jedoch nicht mehr (Der entfesselte Zeitgenosse, 1920; Der Nebbich, 1922; Aut Caesar, aut nihil, 1931). Bereits 1912 übersiedelte er erstmals nach Belgien, wo er ab 1930 nach seiner Eheschließung mit Pamela Wedekind, der Tochter F. Wedekinds, bis zu seinem Tod lebte. 1933 wurden in Deutschland seine Dramen und auch seine Prosawerke verboten, von denen vor allem die Novellen (Chronik von des zwanzigsten Jahrhunderts Beginn, 1918 und 1926/27) zu Unrecht vergessen sind.
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