|
|
Regisseur Schauspiel Oper |
|
|
|
|
| Shakespeare:
Der Sommernachtstraum
Inhaltsangabe Hermia liebt Lysander, soll jedoch auf Befehl ihres Vaters Demetrius heiraten, den ihre Freundin Helena liebt. Die liebenden Paare fliehen in den Wald, wo sie das Gesetz Athens nicht erreichen kann. Der Wald ist das Reich der Feen und Elfen, doch nun herrscht hier Aufruhr, denn der Feenkönig Oberon und seine Gemahlin Titania haben sich entzweit. Um Titania zu bestrafen, befiehlt Oberon dem mutwilligen Kobold Puck, ihr im Schlaf einen Zaubersaft in die Augen zu träufeln, der sie in Liebe zum ersten Wesen entbrennen läßt, das ihre Augen beim Erwachen erblicken. Als Puck die inzwischen zerstrittenen Athener Liebenden mit dem magischen Saft wieder zueinander bringen soll, verwechselt er Lysander mit Demetrius, so daß zuletzt beide Männer in Helena verliebt sind und sich duellieren wollen. Eine dritte Gruppe ist in den Wald gekommen, biedere Athener Handwerker, die eine Tragödie einstudieren wollen, um sie auf dem Hochzeitsfest des Herzogs Theseus mit der Amazonenkönigin Hippolyta als Huldigung der Bürger aufzuführen. Puck amüsiert sich köstlich über das "hausbackene Volk" (3. Akt) und setzt Zettel, dem Weber, einen Eselskopf auf. In diese Ungestalt verliebt sich die erwachende Titania. Nachdem nun Liebende, Feen und Handwerker gehörig durcheinandergewirbelt sind, löst Oberon die Verwirrungen und führt die Paare zusammen. An Theseus' Hof feiern alle ein fröhliches Fest, und die Handwerker präsentieren die "erschröckliche" Geschichte von "Pyramus und Thisbe", die ihnen unfreiwillig zur zwerchfellerschütternden Persiflage gerät. Die Feen segnen das Haus, und ein treuherzig-verschmitzter Puck bittet am Ende das Publikum, alles nur als Traumspiel zu betrachten.
Bild: Barbara Stoll, Michael Rademacher, Andreas Seifert, Lutz Zeidler Aufführung des Handwerker Trompeten. - Der Prolog tritt auf. Prolog. Wenn wir mißfallen tun, so ist's mit gutem Willen; Der Vorsatz bleibt doch gut, wenn wir ihn nicht erfüllen. Zu zeigen unsre Pflicht durch dieses kurze Spiel, Das ist der wahre Zweck von unserm End und Ziel. Erwäget also denn: warum wir kommen sein: Wir kommen nicht, als sollt ihr euch daran ergetzen; Die wahre Absicht ist - zu eurer Lust allein Sind wir nicht hier - daß wir in Reu und Leid euch setzen. Die Spieler sind bereit; wenn ihr sie werdet sehen, Versteht ihr alles schon, was ihr nur wollt verstehen. Pyramus, Thisbe, Wand, Mondschein und Löwe treten als stumme Personen auf. Prolog. Was dies bedeuten soll, das wird euch wundern müssen, Bis Wahrheit alle Ding' stellt an das Licht herfür. Der Mann ist Pyramus, wofern ihr es wollt wissen; Und dieses Fräulein schön ist Thisbe, glaubt es mir. Der Mann mit Mörtel hier und Leimen soll bedeuten Die Wand, die garstge Wand, die ihre Lieb tät scheiden. Doch freut es sie, drob auch sich niemand wundern soll, Wenn durch die Spalte klein sie konnten flüstern wohl. Der Mann da mit Latern und Hund und Busch von Dorn Den Mondschein präsentiert, denn, wann ihr's wollt erwägen: Bei Mondschein hatten die Verliebten sich verschworn, Zu gehen nach Nini Grab, um dort der Lieb zu pflegen. Dies gräßlich wilde Tier, mit Namen Löwe groß, Die treue Thisbe, die des Nachts zuerst gekommen, Tät scheuchen, ja vielmehr erschrecken, daß sie bloß Den Mantel fallen ließ und drauf die Flucht genommen. Drauf dieser schnöde Löw in seinen Rachen nahm Und ließ mit Blut befleckt den Mantel lobesam. Sofort kommt Pyramus, ein Jüngling weiß und rot, Und find't den Mantel da von seiner Thisbe tot; Worauf er mit dem Deg'n, mit blutig bösem Degen Die blutge heiße Brust sich tapferlich durchstach; Und Thisbe, die indes im Maulbeerschatten glegen, Zog seinen Dolch heraus und sich das Herz zerbrach. Was noch zu sagen ist, das wird - glaubt mir fürwahr! - Euch Mondschein, Wand und Löw und das verliebte Paar Der Läng und Breite nach, solang sie hier verweilen, Erzählen, wenn ihr wollt, in wohlgereimten Zeilen. Prolog, Thisbe, Löwe und Mondschein ab.
Bild: Phiipp Hunscha, Michael Rademacher Wand. In dem besagten Stück es sich zutragen tut, Daß ich, Thomas Schnauz genannt, die Wand vorstelle gut. Und eine solche Wand, wovon ihr solltet halten, Sie sei durch einen Schlitz recht durch und durch gespalten, Wodurch der Pyramus und seine Thisbe fein Oft flüsterten fürwahr ganz leis und insgeheim. Der Mörtel und der Lehm und dieser Stein tut zeigen, Daß ich bin diese Wand, ich wills euch nicht verschweigen; Und dies die Spalte ist, zur Linken und zur Rechten, Wodurch die Buhler zwei sich täten wohl besprechen. Pyramus. O Nacht, so schwarz von Farb, o grimmerfüllte Nacht! O Nacht, die immer ist, sobald der Tag vorbei. O Nacht! O Nacht! O Nacht! ach! ach! ach! Himmel! ach! Ich fürcht, daß Thisbes Wort vergessen worden sei. - Und du, o Wand, o süß' und liebenswerte Wand, Die zwischen unsrer beiden Eltern Haus tut stehen; Du Wand, o Wand, o süß' und liebenswerte Wand! Zeig deine Spalte mir, daß ich dadurch mag sehen. (Wand hält die Finger in die Höhe.) Hab Dank, du gute Wand! der Himmel lohn es dir! Jedoch, was seh ich dort? Thisbe, die seh ich nicht. O böse Wand, durch die ich nicht seh meine Zier, Verflucht sei'n deine Stein', daß du so äffest mich. Theseus. Mich dünkt, die Wand müßte wieder fluchen, da sie Empfindung hat. Pyramus. Nein, fürwahr, Herr, das muß er nicht. «Äffest mich» ist Thisbes Stichwort; sie muß hereinkommen, und ich muß sie dann durch die Wand ausspionieren. Ihr sollt sehen, es wird just zutreffen, wie ich's Euch sage. Da kommt sie schon. Thisbe kommt. Thisbe. O Wand, du hast schon oft gehört das Seufzen mein, Mein'n schönsten Pyramus weil du so trennst von mir; Mein roter Mund hat oft geküsset deine Stein', Dein' Stein', mit Lehm und Haar geküttet auf in dir. Pyramus. Ein' Stimm ich sehen tu; ich will zur Spalt und schauen, Ob ich nicht hören kann meiner Thisbe Antlitz klar. Thisbe! Thisbe. Dies ist mein Schatz, mein Liebchen ist's, fürwahr! Pyramus. Denk was du willst, ich bin's; du kannst mir sicher trauen, Und gleich Limander bin ich treu in meiner Pflicht. Thisbe Und ich gleich Helena, bis mich der Tod ersticht. Pyramus. So treu war Schefelus einst seiner Procrus nicht. Thisbe. Wie Procrus Schef'lus liebt', lieb ich dein Angesicht. Pyramus. O küß mich durch das Loch von dieser garstgen Wand! Thisbe. Mein Kuß trifft nur das Loch, nicht deiner Lippen Rand. Pyramus. Willst du bei Nickels Grab heut nacht mich treffen an? Thisbe. Sei's lebend oder tot, ich komme, wenn ich kann. Wand. So hab ich Wand nunmehr mein Part gemachet gut, Und nun sich also Wand hinwegbegeben tut. Wand, Pyramus und Thisbe ab. Löwe und Mondschein treten auf. Löwe. Ihr, Fräulein, deren Herz fürchtet die kleinste Maus, Die in monströser Gestalt tut auf dem Boden schweben, Mögt itzo zweifelsohn erzittern und erbeben, Wenn Löwe, rauh von Wut, läßt sein Gebrüll heraus. So wisset denn, daß ich Hans Schnock der Schreiner bin, Kein böser Löw fürwahr, noch eines Löwen Weib; Denn käm ich als ein Löw und hätte Harm im Sinn, So daurte, meiner Treu, mich mein gesunder Leib. Mond. Den wohlgehörnten Mond d'Latern z'erkennen gibt; Ich selbst den Mann im Mond, wofern es euch beliebt. Mond. Alles, was ich zu sagen habe, ist, euch zu melden, daß diese Laterne der Mond ist; ich der Mann im Monde; dieser Dornbusch mein Dornbusch; und dieser Hund mein Hund. Thisbe tritt auf. Thisbe. Dies ist ja Nickels Grab; wo ist mein Liebchen denn? Löwe. Oh! Der Löwe brüllt, Thisbe läuft davon. Demetrius. Und da kam Pyramus. Pyramus kommt. Löwe ab. Pyramus Ich dank dir, süßer Mond, für deine Sonnenstrahlen, Die also hell und schön den Erdenball bemalen; Dieweil bei deinem Gold und funkelnd süßem Licht Zu kosten ich verhoff mein'r Thisben Angesicht. Doch halt, o Pein! Was soll dies sein? Was für ein Graus ist dies? Aug, siehst du noch? O schweres Joch! Mein Herz, mein Liebchen süß, Dein Mantel gut Befleckt mit Blut! Ihr Furien, kommt im Trab Herbei und rächt Und löscht und brecht Den Lebensfaden ab.. Warum denn, o Natur, tatst du den Löwen bauen? Weil solch ein schnöder Löw mein Lieb hat defloriert; Sie, welche ist - nein, war - die schönste alter Frauen, Die je des Tages Glanz mit ihrem Schein geziert. Komm, Tränenschar! Aus, Schwert! durchfahr Die Brust dem Pyramo! Die Linke hier, Wo 's Herz hüpft mir; So sterb ich denn, so, so! Nun tot ich bin, Der Leib ist hin, Die Seel speist Himmelsbrot. O Zung, Tisch aus! Mond, lauf nach Haus! Nun tot, tot, tot, tot, tot! Er stirbt. Mondschein ab. Thisbe. Schläfst du, mein Kind? Steh auf geschwind! Wie, Täubchen, bist du tot? O sprich! o sprich! O rege dich! Ach! tot ist er! o Not! Dein Lilienmund, Dein Auge rund, Wie Schnittlauch frisch und grün; Dein' Kirschennas, Dein' Wangen blaß, Die wie ein Goldlack blühn, Soll nun ein Stein Bedecken fein? O klopf mein Herz und brich! Ihr Schwestern drei! Kommt, kommt herbei Und leget Hand an mich! Zung, nicht ein Wort! Nun, Dolch, mach fort, Zerreiß des Busens Schnee. Lebt wohl, ihr Herrn! Ich scheide gern. Ade, ade, ade! Sie stirbt. Zurueck / back |
|
|