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Fritz Gross
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Schnitzler. Arthur (1862-1931) 
Der Sohn des jüdischen Arztes und Universitätsprofessors Johann Schnitzler wählte ebenfalls den ärztlichen Beruf: A. Schnitzler arbeitete nach der Promotion 1885 als Sekundararzt und eröffnete 1893, nach dem Tod des Vaters, eine Privatpraxis als Facharzt für Nerven- und Kehlkopfkrankheiten. 
Die Jahre 1888 bis 1893 waren dan ben auch der Entfaltung seiner schriftstellerischen Tätigkeit gewidmet, wobei das Interesse an der Seelenforschung sowohl den Arzt als auch den Dichter leitete: Schnitzler, der als junger Arzt an Experimenten der im Entstehen begriffenen Tiefen- psychologie teilgenommen hatte, antizipierte in seinen ersten Erzählungen Freuds Theorien der Psychopathologie und eröffnete so der Darstellung individueller und gesellschaftlicher Probleme neue Wege. Als Erzähler wie Bühnenautor gleichermaßen produktiv, wurde Schnitzler sehr bald zu einem Hauptvertreter der "Wiener Moderne" (neben H.v. Hofmannsthal, F. Salten oder H. Bahr) und zu einem der meistgespielten Dramatiker der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, die auch nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie den stofflichen Hintergrund seiner Dichtungen bildete. Heute gilt er wegen seiner von ironischer Brechung und nuancenreichen Zwischentönen gekenn- zeichneten Menschendarstellung, der psychologisch wahrhaften Erfassung des "weiten Landes" der Seele als Klassiker des "Gestaltendramas", wobei sein eigentliches Thema entsprechend dem von ihm vorgeführten gesellschaftlichen Ausschnitt das dekadente Lebensgefühl großbürgerlicher Kreise ist. 
Sein geglücktes Debüt als Theaterschriftsteller gab er mit dem Einakter Abschiedssouper aus dem Zyklus Anatol (1893), es folgte sein größter Bühnenerfolg Liebelei (1895) sowie das Problemstück Freiwild (1898). Mit der Groteske Der grüne Kakadu (1899) und dem Einakterzyklus Reigen (1897, Buchausg. 1907, UA 1920) sorgte er, der mit gesellschaftskritischem Blick die moralisch-erotischen Tabus seiner Zeit berührte, für Publikums- und Zensurskandale; neben weiteren Dramen (Der einsame Weg, 1904; Professor Bernhardi, 1912; Komödie der Verführung, 1924) schuf S. Meisterwerke impressionistischer Erzählkunst, wobei vor allem die in der Technik des "inneren Monologes" gestalteten Erzählungen Leutnant Gustl (1901) und Fräulein Else (1924) zu den subtilsten Beispielen dichterischer Seelen- beobachtung gehören. In seiner Autobiographie Jugend in Wien (ersch. 1968) und in seinen Tagebüchern (1981 ff.) vermittelt S. ein anschauliches Bild von der "Ringstraßenepoche" bis vor der Machtergreifung Hitlers. 
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