| Marieluise Fleißer
(1901-1974), Schriftstellerin, geboren in Ingolstadt.
Fleißer studierte zunächst in München Germanistik, Philosophie
und Theaterwissenschaft. Lion Feuchtwanger half ihr 1922 bei der Veröffentlichung
ihrer ersten Erzählung Meine Zwillingsschwester Olga. Über Feuchtwanger
lernte sie in Berlin auch Bertolt Brecht kennen, mit dem sie längere
Zeit eine problematische Beziehung unterhielt.
Fleißers bayerische Geburtsstadt wurde
immer wieder Thema ihrer Milieuschilderungen in Dramen (Fegefeuer
in Ingolstadt, 1926) und Erzählungen (Ein Pfund Orangen und neun
andere Geschichten der Marieluise Fleisser aus Ingolstadt, 1929). Die später
von Rainer Werner Fassbinder verfilmte Komödie Pioniere in Ingolstadt
(1928) geriet unter der Regie von Brecht bei der Berliner Uraufführung
1929 zum Skandal.
1931 erschien Fleißers einziger Roman Mehlreisende
Frieda Geier. Nach 1933 lebte sie wieder in Ingolstadt, wo sie ab 1935
Schreibverbot erhielt.
1953 bekam Fleißer den Literaturpreis der
Bayerischen Akademie der Schönen Künste zugesprochen. Erst Anfang
der sechziger Jahre fand sie zu ihrer alten Schaffenskraft zurück.
Es entstanden zahlreiche Erzählungen, darunter Avantgarde (1963),
Die im Dunkeln (1965) und Abenteuer aus dem Englischen Garten (1969).
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